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11.2018

Neuer Film über Esel in Bulgarien

Eine Reportage des Bulgarischen Fernsehens. Mit deutschen Untertiteln.

9.2018

Bulgarien - ein altes Arbeitstier darf in Pension gehen

Anstatt in die Schlachtung nach Italien gefahren zu werden, darf Omut seinen Lebensabend im Tal der Esel geniessen.

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Notfall in Lizzano - Die Aktion

Vorgeschichte

Im Oktober erreichten uns erste Informationen über die unglaubliche Geschichte der Maria M. und „ihrer“ Hunde. Die Tierschützer des Vereins Gaia in Manduria, eine lokale Tierschutzorganisation mit der wir schon seit einigen Jahren  haben uns auf diesen Fall aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten.

Rund 100 Hunde sollen nach ersten Angaben von den italienischen Tierschützern im August auf dem mit Abfällen aller Art massiv verunreinigtem Gelände vegetieren. Maria M. lebt auf diesem Grundstück inmitten von Weinfeldern ohne fliessendes Wasser, ohne Strom, ohne Haus und ohne Heizung mit diesen Hunden zusammen. Die ersten Fotos zeigten ein Chaos und unzählige Hunde.

Ende Oktober haben wir dann eine Gruppe von Schweizer und Deutschen Tierfreunden in Apulien zu Besuch gehabt – sie haben unser Tierschutzzentrum in Poggiardo aber auch das Gelände Lizzano besucht und nachdem sie uns die Bilder dieses Areals und ihren Bericht übermittelt hatten bereiteten wir diesen Einsatz vor.

Aus naheliegenden und auch rechtlichen Gründen musste zunächst Kontakt geschaffen und eine Vereinbarung mit den zuständigen Behörden und mit Frau Maria M., der Besitzerin des Grundstücks, getroffen werden.

Unser Brief an die Gemeinde Lizzano (Original italiensich / Übersetzung)

(Reisebericht Apulien der Gruppe der Tierschützer aus CH und Deutschland auf : http://www.pfotenhilfe-europa.eu/2140.html)

Aktion

Bilder der Aktion finden Sie hier.

Am 31. Oktober sind wir von Poggiardo aus mit über 18 Transportboxen, Desinfektionsmitteln, Wurmtabletten, Floh- und Zeckenmitteln, Schaufeln, Schutzanzügen, Masken, Decken, Halsbändern, Hundeleinen, hochwertigem Aufbaufutter, Hundeshampoo und vielem weiterem Material nach Lizzano aufgebrochen.

Unsere Tierambulanz, ein Mietlieferwagen und unser Hundetransporter sind mit 2 Tierärzten und uns  vom Zentrum in Poggiardo ab Montag in Lizzano aktiv gewesen.

Die Gemeinde hat mit einer Verfügung des Bürgermeisters die Aktion bewilligt und Maria Mele hat in Anwesenheit der Behörden ihre Einwilligung zur Aktion gegeben.

Zur schriftlichen und rechtlichen Absicherung – in Italien absolut überlebensnotwendig – haben wir uns am 2.11.2011 von Maria M. die Bewilligung geben lassen, auf ihrem Grundstück Müll entsorgen und Hunde einfangen, versorgen, kastrieren und chippen zu dürfen.

Am 3.11. 2011 um 20.40 Uhr haben wir vom Bürgermeister die Verfügung 74/8435 erhalten, mit der er die Vereine Gaia und Tierärzte im Einsatz authorisiert die rund 60 auf dem Grundstück angetroffenen Hunde zu versorgen, in ein Zwischenlager (von der Gemeinde zu Verfügung gestellt) zu verbringen und alle zu kastrieren und zu chippen.

Die Verfügung der Gemeinde LIzzano in der deutschen Übersetzung

Jeden Tag haben der Verein Gaia und die Tierärzte im Einsatz über 20 Personen vor Ort gebracht, verpflegt und entlöhnt, um in diesem unglaublichen Chaos und Dreck beherzt einzugreifen und aufzuräumen.

Jeden Tag haben wir alle unsere Gesundheit riskiert um die Hunde einzufangen, zu untersuchen und Erste Hilfe geleistet. Bis Freitag den 4.11. haben wir über 5 Tonnen Abfall bewegt – am Freitag dann mit Hilfe eines kleinen Bulldozers – denn sonst hätten wir diese unglaublichen Müllberge nicht bewältigt.

Auf dem Gelände haben wir schlussendlich 50 Hunde gezählt, nach Angaben der örtlichen Tierschüztuer seien seit August viele vetschwunden, einige kranke vermutlich auch gestorben.

In dem von der Gemeinde zu Verfügung gestellten provisorischem Auffanglager in der leerstehenden Industriehalle des „Agrimarket“ in Lizzano sind in leeren Badezimmern und einem Dutzend provisorischer Boxen diese Hunde vorübergehen in Sicherheit gebracht.

10 Hunde haben wir in unser (bereits überfülltes) Tierschutzzentrum nach Poggiardo gebracht.

Nun müssen 28 verbliebenen Hunde versorgt und untergebracht werden. Luigina Parco und Gaia Manduria, die seit dem 6. November das provisorische Auffanglager im „Agrimercato“ unterhält braucht weiterhin dringend Unterstützung.

Ihre sechs liebsten Hunde haben wir Maria am Samstag auf ihr gesäubertes Grundstück zurückgebracht. Wir konnten Ihr diese geliebten Hunde nicht wegnehmen und haben sie Ihr gepflegt, entfloht, gechippt und kastriert übergeben. Hunde und Maria waren überglücklich sich wieder in die Arme zu schliessen! (Foto Maria und ihre Hunde...)

Wir bringen Maria und ihren Hunden  Futter, gute Lebensmittel und eine gute Windjacke, denn sie will unbedingt auf ihrem Grundstück bleiben.

Die Verhandlungen mit dem Gemeinderat und dem Bürgermeister, Dario Macripò, finden täglich statt. Jede Aktion muss abgesprochen werden und Bürgermeister, Gemeindepolizei und wir sind in engem Kontakt – doch jede Aktivität der Behörde erfolgt (wenn überhaupt) nur auf grossen Druck und mit unglaublichem Zeitaufwand. Gemeindepolizei und Bürgermeister sind zwar grundsätzlich kooperativ, aber jede noch so geringe Aktion kostet unglaublich Zeit und Nerven.

Am Samstag den 5.11. haben wir alle sterilisierten Hunde (35) in der Halle des verlassenen „Agrimarket“ in Lizzano untergebracht. Ihre 6 Lieblingshunde haben wir Maria M. wieder zurückgebracht, 10 weitere, besonders pflegebedürftige , haben wir verladen und in unser Tierschutzzentrum in Poggiardo gefahren.

Das ist nicht ohne Risiko, wir haben derzeit über 60 Hunde und nur 36 offiziell von der Veterinärbehörde bewilligte Plätze. In Poggiardo werden die Neuankömmlinge gebadet, verpflegt und mit Antibiotika und anderen Arzneimitteln behandelt.

Die Tumore der ganz alten weissen Hündin können wir nicht operieren weil sie noch zu schwach ist. Sie erholt sich aber zusehend.

Die rote Räude der vermutlich LM kranken braun-weissen Hündin muss längerfristig behandelt werden.

Die 10 Hunde in unserem Zentrum in Poggiardo sind gechippt, kastriert und nun auch geimpft (Kombi).

Dies sind nun die Hunde, die wir als erste reisebereit haben werden. Sie sind heute alle auf LM getestet worden. Alle sind mittelgross bis klein, alle weiblich , alle sterilisiert, alle heute auch Tollwut geimpft.

Die Welpen sind gesund und entwurmt, aber noch zu klein zum sterilisieren. Sie gehen zur Organisation SOS Animali International, die uns verdankenswerter Weise konkret und spontan geholfen hat und fünf Hunde übernimmt.

Vorläufiger Offizieller Schlussbericht  (Stand 20.November 2011)

Den Verlauf der Aktion und die Statistik der Hunde, ihrer Transporte und den Ablauf der Ereignisse entnehmen Sie bitte auch dem beiliegendem Bericht „Resoconto Azione Lizzano“.

Zusammenfassung in italienischer Sprache (deutsche Übersetzung folgt)