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Unterwegs in Bulgarien für Esel und Hunde

10.2012

Im Oktober sind wir mit fünf Tierärzten in Südwestbulgarien unterwegs um möglichst alle Esel und Maultiere der Kleinbauern dieser Region kostenlos zu behandeln, zu entwurmen und zu registrieren. In den letzen Jahren hat die Zahl der Esel in Bulgarien dramatisch abgenommen. Wo es früher Hunderte gab, treffen wir heute nur noch Wenige an.

Mit unseren Aktionen, die inzwischen ein breites Echo in der Bevölkerung finden, verhindern wir, dass die symphatischen Grautiere in qualvollen Langstrecken-Tiertransporten mit Ziel Schlachthof enden. Als Gegenleistung für die kostenlose medizinische Versorgung verpflichten sich die Bauern ihre Esel nicht an die Fleischhändler zu verkaufen. „Unsere“ Tiere werden markiert und wir besuchen sie mindestens zweimal jährlich, untersuchen sie und behandeln allfällige Verletzungen. Wenn die Tiere zu alt werden, oder wenn ihre Besitzer sterben, nehmen wir sie in unserem Gnadenhof für Esel und Maultiere bei Gotse Delchev auf. Dank Ihrer Unterstützung verbringen diese treuen und liebenswerten Vierbeiner auf grünen Weiden ihren mehr als wohlverdienten Lebensabend.

Nelly und Mario, zwei unserer Tierärzte vor Ort, berichten uns von den eigenwilligen Grautieren. „Petko“, der Esel von Atanas Mutafchiev ist heute 15 Jahre alt. Atanas arbeitete Stunden mit ihm auf den Feldern. Der Esel war müde und wollte nicht mehr weiter. Weil Atanas ihn weiter antrieb schlug „Petko“ unvermittelt aus und traf seinen Besitzer schmerzhaft am Bein. Der Esel, der zuvor noch nie ausgeschlagen hatte, sprach eine deutliche Sprache und so respektiert Atanas heute sofort, wenn „Petko“ nicht mehr arbeiten mag und lässt er ihn zurück in seinen Stall. Im Dorf Kornitza gab es im Sommer einen Notfall. Ein Maultier stand schwer atmend auf der Strasse, aus seinem Bauch ragte eine Eisenstange noch etwa 35 cm heraus. Der Besitzer berichtete, er habe das Muli an der Eisenstange angepflockt. Hunde erschreckten das Tier und es riss sich derart ungestüm los, dass die Metallstange tief in seinen Bauch eindrang. Das Muli hatte grosses Glück gehabt fand unser Tierarzt, weder Arterien noch lebenswichtige Organe waren verletzt. Er reinigte die Wunde, legte eine Drainage und nach einem Monat war das Tier wieder vollkommen gesund.

Wer seinen Esel bei den Tierärzten im Einsatz registrieren lässt, bekommt für sein Tier bequeme und vollständige Halfter, neues Zaumzeug und Geschirre. Damit werden dem Tier die Arbeiten erleichtert und Verletzungen vermieden. Mit den Aktionen verhindern wir, dass die Tiere krank werden und deshalb an die Fleischhändler verkauft werden. So retten wir vielen braven Grautieren in Südbulgarien das Leben.

Während wir unterwegs sind, um die Esel im Dorf Banichan zu versorgen fällt uns ein brandmagerer, hinkender und zerzauster Strassenhund auf. Der Hirtenhund ist offenbar wegen seiner Krankheit(en) verstossen und zurückgelassen worden. Weil unsere Gönnerinnen und Gönner in der Schweiz die Tierärzte im Einsatz unterstützen, sind wir in der Lage solch armen Vierbeinern in Not schnell und professionell helfen zu können.

Wir fangen „Goscho“ ein, was einige Geduld erfordert. Der Hund bietet ein jämmerliches Bild. Er ist übersaÅNt mit Ekzemen und offenen Wunden. „Goscho“ ist höchstens 14 Monate alt doch er ist brandmager. Unsere Tierärzte behandeln ihn sofort gegen Parasiten, seine Haut ist schwer geschädigt durch Parasiten- und bakterienbedingte Entzündungen. Er bekommt Futter, Antibiotika und Vitamine. Seine Haut muss nun über einige Wochen behandelt werden. Ausser ihm finden wir in vier Tagen noch sechs weitere Hunde, vier davon Weibchen. Am Sonntag (dem einzigen Tag an dem wir noch Zeit finden) kastrieren wir die Weibchen und bringen alle bei einem Gemeindearbeiter in Banichan unter. Er baut nun Hütten für die obdachlosen Patienten, später werden „Goscho“ und die Findelhunde auf unserem Eselgnadenhof leben können. Auf dem beiliegenden Fotoflyer sehen Sie „Goscho“ und die anderen Hunde, die sich Tag für Tag deutlich erholen.

Strassenkatzen, Findelhunde alte, kranke Tiere – wir halten an, versorgen solche Tiere und lindern Not wo wir können. Der dankbare Blick des müden alten Hundes, den wir in Bulgarien zuletzt retten konnten, gibt uns die Kraft, das Elend zu bekämpfen. Sie und unsere treuen Unterstützerinnen und Gönner geben uns die Mittel und die Möglichkeit das zu tun.

Sie machen die Arbeit unserer Tierärzte mit Ihrer Spende möglich.

Aktuelle Eindrücke der Aktionen in Bulgarien finden Sie hier.

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