Newsletter

Hier können Sie sich für unseren regelmässigen Newsletter anmelden. Geben Sie bitte Ihre Mail-Adresse ein.

Ein weiter Weg – das Tierschutzprojekt in Bulgarien

11.2014

Wir waren guten Mutes, als wir am Samstag den 15. November in die südwestbulgarische Stadt Gotse Delchev einfuhren. Die ganze Woche  hatten wir verhandelt, unzählige Treffen auf dem Notariat und im Gemeindehaus  durchgeführt um einen wichtigen Schritt voranzukommen zu unserem Ziel: Dem „Tal der Esel“. Wir mieten und kaufen gerade Land für dieses Projekt.

In einem kleinen Tal zwischen den Dörfer Banichan und Lujnitsa entstehen ein Naturreservat für Wildtiere und viele Koppeln und Ställe für die armen alten Esel, die qualvoll sonst in die italienischen Wurstfabriken gekarrt würden. Unser Eselzentrum wird den armen Kleinbauern und Ihren Tieren helfen mit ihrer traditionellen und naturnahen Landwirtschaft in Zukunft zu überleben.

Für die Tiere wird sich die Lebensqualität erhöhen, sie werden versorgt und gepflegt bis sie ihren wohlverdienten Lebensabend auf den Wiesen unseres „Tales der Esel“ in Würde und Frieden verbringen dürfen.

Wir fuhren durch eine Hauptstrasse in Richtung des Ambulatoriums unserer Tierärztin als ein kleiner, etwa zehnjähriger Junge und ein noch kleineres Mädchen vor uns die Strasse überquerten. In den Händen hielt der Bub ein schwarzes Bündel. Wir sahen uns schon an. Im Rückspiegel konnten wir dann erkennen wie die beiden auf Abfallcontainer am Strassenrand zuhielten.

Es kam wie es kommen musste. Kurz entschlossen warf der Junge das schwarze Etwas in den Müllcontainer. Wir bremsten und wendeten. Die zwei Minuten, die wir dazu brauchten, reichten den Kindern, um zu verschwinden.

Als wir bei den Müllcontainern ankamen und den Deckel lüfteten verbarg sich ein kleiner, pechschwarzer Kater zwischen den Abfällen. Er miaute kläglich, liess sich aber partout nicht greifen. Mit viel Geduld und mit Hilfe unserer Hunde-Würstli  lies er sich dann etwas locken. Allerdings war unsere Mitarbeiterin dazu fast ganz in den Container geklettert.  Dies rief bei den Passanten deutlich mehr Emotionen hervor, als zuvor die Entsorgung der kleinen Katze.

Wir setzten den Kater zu uns ins Auto und fuhren zu unserer Tierärztin. Sofort frass der hungrige kleine Kerl einen kleinen Napf leer. Nun wird er entwurmt und geimpft. „Black Pearl“ wird einen neuen, besseren Lebensplatz bekommen. Doch uns zeigt das Erlebnis wie weit der Weg ist, den wir hier in Bulgarien noch gehen werden.

Black Pearl – der kleine schwarze Kater in Bulgarien

Zurück