Hintergründe zur Problematik der Streunertiere

Wussten Sie, dass 1 unkastriertes Hunde- oder Katzenpaar und seine Nachkommen in vier Jahren zu einer Population von über 2000 Hunden führen kann?

Uns allen ist das Bild bekannt: Unzählige Strassentiere in den Städten und Dörfern Süd- und Osteuropas. Durch Unwissenheit oder Ignoranz landen laufend Tiere auf der Strasse. Ganze Würfe werden ausgesetzt oder im Abfall «entsorgt» und viele unkastrierte Tiere leben halbwild und unbeaufsichtigt, für ihre Nachkommen fühlt sich niemand verantwortlich. 

Die Behörden vieler Länder reagieren meist machtlos und falsch auf das vorhandene Streunerelend. Sie fangen die Tiere ein und töten sie. Pro Jahr werden Tausende von gesunden Hunden und Katzen auf tierschutzwidrige Weise vergiftet, erschossen oder vergast. Die Überlebenden leben oft unter miserablen Umständen, werden sie krank, kümmert sich niemand um sie.

Aus tierärztlicher Sicht ist dieses Vorgehen sowohl brutal als auch sinnlos. Denn ohne Verringerung der Geburtenrate werden die freien Stellen im Revier wieder von neuen Tieren besetzt und die vorherige Anzahl schnell wieder erreicht.

Die einzige nachhaltige und humane Lösung des Problems – auch gemäss geltenden WHO Richtlinien – besteht aus drei Teilen: Flächendeckenden Kastrationen, wobei die Tiere nach der Operation wieder an ihre Stammplätze zurückgebracht werden; Verantwortungsvolle Tierhaltung, meint die Aufklärung privater Tierhalter und die Kastration von privaten Tieren; und der Gesetzesvollzug, der wirklich ernst macht mit der Bestrafung von Tierquälerei und Aussetzen von Tieren. 

Dieses Vorgehen – von den Tierärzten im Einsatz laufend umgesetzt - führt durch sichtbaren Erfolg endlich zu einem Umdenken: In Griechenland besteht in mehreren Bezirken bereits grosses Interesse an der Durchführung von Kastrations- und Informationskampagnen und sie sind auch bereit, ihren Teil daran zu übernehmen. 

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